Vermittlungsablauf

Vermittlungsablauf – Ablauf einer Adoption

Auf dieser Seite möchten wir Ihnen den Ablauf einer Adoption schildern und erklären.

Möglichkeiten einer Vermittlung/Adoption:

Ihr Hund ist bereits in Deutschland  (in einer Pflegestelle oder auf unserem Schutzhof):  Ihren Hund können Sie dann auf unserem Schutzhof oder in der Pflegestelle nach Terminvereinbarung kennenlernen. Die Pflegestelle oder die Pflegerin unseres Schutzhofes steht Ihnen dann für alle Fragen zur Verfügung. Bei Möglichkeit können Sie gerne einen kleinen Spaziergang mit dem Hund machen. Bitte beachten Sie das Welpen oftmals noch nicht gut oder gar nicht an der Leine laufen können.

Falls Sie bereits einen oder mehrere Hunde besitzen: Bringen Sie diese zum Kennenlerntermin unbedingt mit! Lassen Sie Ihren Hund erst im Auto und später können Sie diese/diesen dann dazu holen.

Ihr Hund ist noch im Ausland:

  • Wenn Sie Ihren ausgewählten Hund erst einmal unverbindlich kennenlernen möchten, dann haben Sie folgende Möglichkeit: Wir holen (falls Kapazitäten frei sind) Ihren Hund beim nächsten Transport zu uns auf den Schutzhof oder er bekommt einen freien Platz in einer unserer Pflegestellen und Sie können ihn besuchen und kennenlernen kommen. (Bei dieser Möglichkeit ist der Hund nicht für Sie reserviert!)
  • Oder: (Gilt nicht für Welpen!) Sie selbst wollen vielleicht als Pflegestelle mit Option auf Übernahme dem Hund eine Chance geben, sich von seiner Schokoladenseite zu zeigen? Dann wird der Hund für Sie reserviert und Sie geben dem Hund ab Ankunftstag bei Ihnen ein Zuhause, um ihn dann 2 Wochen genauer kennenzulernen. (Bei dieser Möglichkeit ist der Hund für Sie reserviert! – (Wir informieren Sie dann noch genau über den Ablauf.)

Erster Kontakt:

Über unsere Inserate im Internet oder eben durch den Besuch unserer Homepage haben Sie sich ein passendes Tier ausgesucht. Neben einer Beschreibung der individuellen Charaktereigenschaften der einzelnen Tiere nebst Fotos in unseren Anzeigen finden Sie dort auch immer Angaben, dass unsere Tiere grundsätzlich geimpft, kastriert, gechipt, entwurmt, entfloht und dem Alter entsprechend kastriert sind. (Lediglich Welpen und Katzenkitten werden unkastriert vermittelt.) Bei Welpen und Kitten ist dabei zu beachten: Bei Erreichen der Geschlechtsreife ist das Tier auf Kosten der Adoptanten zu kastrieren.

• In den Beschreibungen werden ebenfalls immer unsere Telefon-Nummern angegeben, an welche Sie sich gerne wenden können.

• Bitte füllen Sie die Selbstauskunft zu dem Hund aus, damit wir ein wenig mehr über Sie erfahren. Mit Hilfe dieses Fargebogens können wir besser beurteilen, ob der ausgewählte Hund zu Ihnen passt. Wir setzen uns nach Erhalt dann mit Ihnen Verbindung.

Am Anfang steht auf jeden Fall immer ein persönliches Gespräch, in welchem Sie uns natürlich alle weiteren Fragen stellen können, welche Sie zu Ihrem ausgesuchten Tier haben. Genauso haben wir natürlich auch einige Fragen an Sie, die Sie bitte in der Selbstauskunft ausführlich ausfüllen.

Bei mehreren Interessenten für ein Tier entscheiden wir immer im Interesse des Tieres!

Dieses wird dann von den Menschen adoptiert, bei der wir die geeigneten Bedingungen vorgefunden haben. Es geht also nicht darum, am schnellsten zu vermitteln, sondern den besten Platz zu finden. Wir bitten deshalb um Verständnis.

Persönlicher Besuch:

Wenn wir aus den gewonnenen Informationen den Eindruck bekommen haben, dass Sie ein passender und geeigneter Besitzer für den von uns betreuten Schützling sind, findet ein sogenannter Vorbesuch statt. Hierbei besucht sie einer unserer Mitarbeiter oder der Mitarbeiter einer befreundeten Tierschutz-Organisation, der in Ihrer Nähe wohnt, vor Ort zu Hause, um sich persönlich einen Eindruck von dem neuen Zuhause machen zu können. Dabei geht es darum, Sie persönlich kennenzulernen, zu sehen, wie das Tier bei Ihnen leben wird, und um evtl. Fragen noch abklären zu können. Bitte verstehen Sie das nicht falsch, aber wir wollen natürlich für unsere Tiere das bestmögliche Zuhause.

Nach einem positiven Besuch ist Ihr ausgesuchter Hund natürlich für Sie reserviert.

SCHUTZGEBÜHR + KOSTEN:

Die Schutzgebühr gliedert sich wie folgt ab 01.01.2022:

Kastrierter Hund: 400€

Welpe: 400€   (50,-€ erhalten unsere Adoptanten nach Zusendung des Kastrationsnachweises bis zum vereinbarten Datum lt. Schutzvertrag zurück erstattet)

mediz. Notfälle, Senioren und Handicap Hunde werden gegen eine geringere Schutzgebühr oder auch gegen eine angemessene Spende vermittelt (immer im Inserat des Hundes vermerkt)

Alle Hunde :

* reisen mit einem legalen TRACES-Transporte & Traces-Papieren nach Deutschland ein
* sind geimpft (Tollwut und 2 x Grundimmunisierung)
* sind grundsätzlich kastriert (wenn sie alt genug sind / gilt also nicht bei Welpen)
* sind (wenn älter als 1 Jahr) per Schnelltest im Ausland getestet auf: Ehrlichiose, Leishmaniose, Babesiose, Filarien, Anaplasmose, Borreliose
* sind entwurmt
* sind gechipt
* verfügen über einen EU-Heimtierausweis

Vorbereitungen bevor Ihr Hund bei Ihnen einzieht:

Bitte kaufen Sie Futter, Näpfe und alles was Sie und Ihr Hund brauchen werden.

Sie können am Tag der Ankunft bei uns auf dem Schutzhof jedoch auch sehr günstig viele neue Artikel wie Hunde-Körbchen, Schleppleinen, Spielzeug, Transportboxen und natürlich auch Leine, Halsband und Geschirr sowie Sicherheitsgeschirre aus einer großen Auswahl an Farben aussuchen und anpassen lassen.

  • Geschirr Leine und Halsband: Durch immer wieder vorkommende entlaufende Hunde können wir keinen Hund mehr ohne Geschirr oder falls noch unsicher mit Sicherheitsgeschirr gehen lassen!!! (da Sie Ihren Hund anfangs unbedingt doppelt sichern sollten!)
  • Unterschätzen Sie das Problem „Angst“ nicht. Sollte Ihr Hund nach dem Transport sehr ängstlich sein, nutzen Sie bitte ein Sicherheitsgeschirr (diese haben einen 2. Bauchgurt), auch Doppelsicherungen halten einem ängstlichen Hund NICHT stand! Er windet sich dort binnen Sekunden aus beidem heraus! Sicherheitsgeschirre, eine Investition, die Leben rettet. Mit einem solchen Geschirr sind Sie mit Ihrem Vierbeiner in jeder Situation SICHER unterwegs! Auch diese haben wir vor Ort.
  • Futter für Ihren Hund entsprechend seinem Alter. Bitte anfangs nicht nur Nassfutter füttern! Durch den Futterwechsel wird oftmals Durchfall ausgelöst, da Futter eigentlich immer langsam gewechselt werden sollte. Da dies leider nicht bei Hunden direkt aus dem Ausland möglich ist füttern Sie bitte in der ersten Zeit ausschließlich Trockenfutter oder bei starkem Durchfall: Hühnchen mit Reis. Sobald einige Tage der Stuhlgang normal ausgeschieden wird, kann langsam das Futter umgestellt bzw. angepasst werden.
  • Ruhe- und Schlafplatz: Achten Sie darauf, dass Ihr Hund stets eine Rückzugsmöglichkeit und einen Ruheplatz hat, der auch für die Kinder tabu ist. Vermitteln Sie Ihren Kindern wie man liebe- und respektvoll mit Haustieren umgeht. Der Ort des Ruheplatzes ist ein wichtiger Punkt. Er sollte nicht im Flur sein, sondern in einer ruhigen Ecke der Wohnung, wohin der Hund sich jederzeit zurückziehen kann. In der Regel sucht sich Ihr Hund aber seinen eigenen Rückzugplatz, der nicht unbedingt mit dem identisch ist, den sie als Mensch für ihn vorgesehen haben.

Wenn Sie ihren Hund regelmäßig einige Stunden am Tag alleine lassen, sollte er nachts in Ihrer Nähe, z.B. neben dem Bett schlafen. Auch in den Ruhestunden ist Ihre Nähe für den Hund wichtig.

  • Transportbox oder Anschnallgurt für Ihre Autofahrten
  • GANZ WICHTIG: Schließen Sie eine Haftpflichtversicherung für Ihren Hund ab. Es gibt auch die Möglichkeit OP-Versicherungen abzuschließen. Dies ist aber keine Pflicht.

Bitte beachten Sie, dass ihr Hund nach Verlassen des Schutzhofes nicht mehr über unseren Verein versichert ist – auch nicht am Ankunftstag.

  • Hundesteuer: Melden Sie Ihren Hund bitte bei Ihrer Gemeinde an, die Kosten für die Hundesteuer variieren von Gemeinde zu Gemeinde. Fragen Sie nach einer eventuellen Ermäßigung für Hunde aus dem Tierschutz, viele Gemeinden unterstützen dies mittlerweile

GESUNDHEIT & CO.

Tiere sind keine Maschinen! Sie kaufen bei uns keinen Neuwagen und Garantie gibt es keine… um das mal ganz plump auszudrücken! Sollten Sie sich für eine Adoption eines Tieres entscheiden, müssen Sie sich bewusst sein, dass sie ab sofort alle anfallenden Tierarztkosten selbst tragen müssen. Sollten Sie finanziell keine Mittel haben, um z.B. eine Operation nach einem plötzlichen Autounfall zu bezahlen, sehen Sie bitte von einer Adoption ab.

Hunde, welche direkt aus dem Ausland zu ihren neuen Besitzern ziehen kommen direkt aus einem Tierheim oder Auffangstation. Die Verhältnisse sind nicht mit Deutschland zu vergleichen. Trotz aller Vorsorge kann nie 100% ausgeschlossen werden das der adoptierte Hund keine Flöhe, Zecken, Würmer, Milben oder Giardien hat. Sollte dies der Fall sein ist dies kein Weltuntergang und eine Behandlung auch ebenfalls kein Hexenwerk. Sollten Sie in so einem Fall finanziell oder aus einem anderen Grund überfordert sein, sehen Sie ebenfalls von einer Adoption ab!

Wir können Ihnen keine finanzielle Unterstützung geben!

Wir weisen darauf hin, dass die durchgeführten Schnelltests auf Mittelmeerkrankheiten im Ausland keine 100% Sicherheit bieten. Aus diesem Grund legen wir jedem Adoptanten nahe, ihren Hund erneut auf die o.g. Mittelmeerkrankheiten testen zu lassen. Die Kosten betragen ca. 150€.

Zuhause angekommen

Wenn Ihr Hund einzieht ist er vielleicht zuerst etwas schüchtern und zurückhaltend, denn er weiß ja nicht was auf ihn zukommt. Er ist in einer fremden Umgebung, lassen Sie ihm Zeit sich umzuschauen. Zeigen sie ihm seinen möglichen Schlafplatz und wo er essen und trinken kann.

Bedenken Sie, dass Sie zwar einen Tierschutzhund haben, der auch bestimmt vielleicht schon Schlimmes erlebt hat, aber machen Sie bitte nicht den Fehler zu sagen: “Och der arme Hund” und erlauben ihm alles. Im Gegenteil, nutzen Sie die Zurückhaltung um klare Regeln festzulegen. Setzen Sie diese ruhig und mit Geduld durch. Er braucht Zeit, um zu verstehen was er darf und was nicht.

Ihr neues Familienmitglied lernt schneller als Sie denken und es ist leichter ihm von Anfang an klare Regeln beizubringen als sie ihm im nach hinein wieder mühsam abzugewöhnen.

Ein Hund lebt normalerweise in einem Rudel, auch da gibt es einen Chef, der sagt wo´s langgeht, der das Futter besorgt, aufpasst und sein Rudel leitet, diese Position übernehmen Sie jetzt. Sie sind der Rudelführer. Das gibt ihrem Hund Halt und Sicherheit und steigert das Vertrauen in seine neue Familie. Es ist wichtig, damit er lernt, keine Angst mehr haben zu müssen. Für ihn ist es sehr wichtig zu wissen, wo sein Platz im Rudel ist.

  • Kinder: Wenn Sie Kinder im Haushalt haben, stellen Sie Ihrem Hund an manchen Tagen kein Trockenfutter hin, sondern lassen Sie es Ihren Hund aus der Hand Ihres Kindes fressen, das sagt Ihrem Hund, dass das Kind in der Rudelstellung über ihm steht.
  • Gassigehen & Stubenreinheit: Suchen Sie sich eine Wiese in Ihrer Nähe, die Sie auch, wenn`s mal eilig ist, schnell erreichen oder wenn vorhanden, gehen Sie mit ihm angeleint in den Garten. Sollte der Hund nicht Pipi machen, bleiben Sie ruhig mal einen Moment stehen. Wenn er auch dann nicht macht, suchen Sie die Wiese/den Garten nach kurzer Zeit erneut auf. Machen Sie sich aber keine Sorgen, wenn er sich auch nach ein paar Stunden noch nicht „erleichtert“ hat, manchmal dauert es eine ganze Weile bis er sich sicherfühlt und sich traut. Benutzen Sie ruhig eine längere Leine und ermöglichen Sie ihm so ein wenig Abstand zu halten.

ABER: Die ersten 4-6 Wochen sollten Sie den Hund nicht von der Leine lassen, auch wenn er schon sehr anhänglich wirkt. Nie sollten Sie ihn in der Nähe von Straßen loslassen. Vielleicht hat er mal böse Erfahrungen gemacht und Angst vor Autos. Ihr Garten sollte ausbruchsicher sein. Einige Hunde haben anfangs den Drang wegzulaufen. Die Ursache kann Scheu vor den Menschen sein oder auch Spaß einfach herumzurennen und die Gegend zu erkunden, was einige Hunde ja in ihrer Vergangenheit gemacht haben.

Schimpfen Sie nicht, wenn das erste Geschäft ins Haus ging und machen Sie es kommentarlos weg. Er beobachtet, lernt und wird sich anpassen. Regelmäßigkeiten haben hier eine große Bedeutung und er wird schnell lernen, sein Geschäft nur noch draußen zu verrichten. Was er jetzt braucht ist Ihre Zeit und Geduld.

  • Das Alleine bleiben: Regelmäßigkeit hat für den Hund eine große Bedeutung. Also sollte man ihn von Anfang an gleich an den normalen Alltag gewöhnen. Wenn Sie sich vielleicht für die erste Zeit Urlaub genommen haben, so gestalten Sie Ihren Tag trotzdem so wie Sie es sonst tun würden. Verlassen Sie das Haus ruhig erst mal kurz für 10-15 Minuten, dann steigern Sie dies langsam. So lernt Ihr Hund schnell, dass er sich auf Sie verlassen kann und Sie immer wieder nach Hause kommen. Gehen Sie genauso regelmäßig mit ihm spazieren und gewöhnen Sie ihn so an seine Gassi-Zeiten, am Anfang etwas häufiger, dann in regelmäßigen größeren Abständen. So lernt er sein Geschäft draußen zu machen und weiß, wann es Zeit ist für seinen Spaziergang. Natürlich gibt es auch Hunde, die am Anfang große Verlustängste haben und ein wenig länger brauchen bis Sie das Alleinsein gelernt haben.
  • Probleme sind da um gelöst zu werden! Lassen Sie sich nicht entmutigen. Wenn Sie unsicher sind, suchen Sie professionellen Rat bei einem Hundetrainer. Es gibt für jedes Problem eine Lösung durch individuelles Training. Für den Fall, dass sich Probleme anbahnen, lassen Sie diese bitte nicht erst eskalieren. Meist handelt es sich um Missverständnisse in der Kommunikation zwischen Hund und Mensch und mit dem richtigen Verhalten lassen sich anfängliche Probleme schnell in den Griff bekommen. Das wichtigste ist jedoch auch, dass Sie Ihrem Hund Zeit geben. Geben Sie nicht gleich auf, wenn nicht alles so klappt wie Sie es sich wünschen würden. Es lohnt sich und Sie werden mit der Zeit und nach einer gewissen Eingewöhnungsphase ein gutes Team sein und einen Freund fürs Leben haben.

Und bitte denken Sie immer daran:

Wir sind auch nach der Vermittlung bei Fragen und Problemen gerne für Sie da. Und wenn dann der Alltag bei Ihnen eingekehrt ist, dann würden wir uns über Fotos und kleine Geschichten von Ihnen und Ihrem neuen Familienmitglied freuen. Wir alle arbeiten ehrenamtlich und gewinnen unsere Kraft und Motivation u.a. aus den Feedbacks, die wir bekommen und das Schicksal jedes Einzelnen liegt uns sehr am Herzen.

Nun bleibt uns nur noch Ihnen ein wunderbares und langes Zusammenleben mit Ihrem neuen Mitbewohner zu wünschen!

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