Fragen & Antworten

Informationen zur Vermittlung eines Tieres

Vielen Dank, dass Sie einen unserer Tiere adoptieren möchten. Sie retten damit gleichzeitig einem anderen Tier das Leben,der nun bei uns aufgenommen werden kann. Bitte lesen Sie sich folgende Zeilen aufmerksam durch, um unliebsame Überraschungen zu vermeiden, wenn das Tier dann bei Ihnen ist.

Liebe Adoptanten,

immer wieder werden gefragt, ob einer unserer Hunde schon stubenrein ist, Grundkommandos kennt, Autofahren kann, an der Leine geht, alleine bleibt oder Jagdtrieb hat. In der Regel befindet sich der Hund noch in Spanien oder Ungarn im Tierheim und die allermeisten Fragen dieser Art sind nicht sicher zu beantworten!

Um ein Verständnis dafür zu entwickeln, was von den Hunden aus dem Ausland zu erwarten ist und was nicht, ist es zunächst wichtig, ihre Lebensbedingungen zu kennen. Hunde, die nicht im Tierheim und nicht auf der Straße leben, leben in der Regel auf einem Gelände, manche frei und manchen angekettet, denn im Ausland werden viele Hunde zumeist nicht im Haus gehalten. Wenn sie Glück haben, dürfen sie frei durch die Gegend streunern, aber niemand beschäftigt sich mit ihnen oder arbeitet gar mit ihnen. Die meisten sind ausschließlich zum Bewachen da, sie bellen sollen, wenn jemand kommt.
Andererseits haben auch einige Hunde das Familienleben kennenlernen dürfen, aber aus unterschiedlichen Gründen und weil auch  im Ausland die Bindung zum Hund nicht so eng ist wie bei uns in Deutschland, wurden sie ausgesetzt oder mit etwas Glück in einem Tierheim oder einer Tötungsstation abgegeben.
Daher ist es nicht verwunderlich, dass manche Hunde kein Leben im Haus kennen. Sie sind in der Regel nicht stubenrein und können auch nicht an der Leine gehen, sie kennen keine Kommandos und viele noch nicht mal ihren Namen – es spricht sie nämlich keiner an. Auch im Tierheim können unsere Hunde die Stubenreinheit nicht erlernen oder verlernen diese,  je nachdem wie lange sie im Tierheim leben.
Wenn sie nach Deutschland kommen, müssen viele erst lernen, dass wirklich sie gemeint sind, wenn man sie anspricht. An der Leine laufen, Treppen steigen, im Haus schlafen, Auto fahren, Stadt, Verkehr, in der Wohnung alleine bleiben, über Parkett oder andere rutschige Flächen laufen usw. kennen diese Hunde in der Regel nicht! Auch Kommandos wie Sitz und Komm verstehen sie zunächst nicht.
Das ist kein Problem, weil gerade die ausgewachsenen Tiere sehr anpassungsbereit sind und sich bemühen, alles richtig zu machen. Geht man mit etwas Geduld und Sachverstand an die Sache heran, lernen sie all diese Dinge in kürzester Zeit. Man darf nur nicht zuviel auf einmal erwarten. Verständnis und Geduld sind hier das A und O. Viele Leute sind verwundert, wie schnell die Tierheimhunde lernen und sich anpassen und auch die Stubenreinheit erlernen – solange wir Menschen auch die Signale der Hunde richtig lesen und entsprechend konsequent ab dem ersten Tag des Zusammenlebens den Hund beibringt, wo er seine Geschäfte zu verrichten hat. Dies klappt mit Sicherheit nicht immer in den ersten beiden Tagen aber in kürzester Zeit.

Woher kommt der Hund oder die Katze?

Meistens kennen wir das Vorleben eines Tieres nicht, aber fast alle Hunde hatten mal ein Zuhause und wurden aus den verschiedensten Gründen ausgesetzt oder im Tierheim abgegeben.

Ihre Ansprechpartnerin hat sie bereits informiert, wo sich ihr Tier zurzeit aufhält:

  • Pflegestelle: Das Tier lebt bereits bei Menschen in Deutschland und hat schon viel gelernt.
  • Tierheim im Ausland: unsere ortansässigen Kollegen kennen diese Tiere persönlich

Fragen zur Gesundheit?

Der Hund bzw. die Katze hat bei der Ausreise alle nötigen Impfungen erhalten und wurde, gechipt, entfloht, entwurmt und dem Alter entsprechend kastriert. Bei der Übergabe erhalten sie einen gültigen EU-Heimtierausweiss und das ein großes Blutbild (nur bei Hunden aus Spanien und Andorra). Sollte ein Tier eine gesundheitliche Beeinträchtigung haben, werden Sie vorher informiert und können Ihre Entscheidung natürlich wieder rückgängig machen.

Natürlich kann es vorkommen, dass ein Tier nach der Ankunft wegen dem vorher durchgemachten Stress unsicher oder ängstlich ist, denn:

  • erst wurde es ausgesetzt
  • dann war es in unserem Tierheim
  • lebte anschließend in einem Rudel
  • wird nach Deutschland transportiert
  • und kommt in eine neue Umgebung…

Man kann dann davon ausgehen, dass die Tiere am Anfang unter Durchfall leiden. Auch die Futterumstellung kann Darmbeschwerden hervorrufen. Bei hartnäckigen Fällen kann eine Reis/Hühnerfleisch-Diät über ein paar Tage hilfreich sein. Bitte wenden Sie sich an Ihre Ansprechpartnerin, wenn Probleme haben sollten. Sie sollten Ihren Hund nach einer Woche noch einmal entwurmen. Eine nicht erkannte Krankheit kann (wie auch bei einem Tier vom Züchter) natürlich nie ganz ausgeschlossen werden.

Ist das Tier kastriert?

Alle Tiere werden von uns kastriert vermittelt. Nur Kitten, Welpen und Jungtiere können natürlich erst ab einem bestimmten Alter kastriert werden und müssen daher zum 12. Lebensmonat auf Kosten der Adoptanten kastriert werden. Dem Verein ist nach der Kastration eine Bescheinung vom Tierarzt oder eine Kopie der Rechnung zu senden.

 

Warum Vorkontrolle und Vermietererklärung?

Für einen persönlichen Eindruck machen wir eine Vorkontrolle. Sie werden von einem unserer ehrenamtlichen Helfer oder einem Mitarbeiter eines Partner-Vereins in Ihrer Umgebung zwecks Terminabsprache angerufen. Bitte legen Sie bei der Vorkontrolle eine Erklärung Ihres Vermieters über die Genehmigung der Tierhaltung vor, damit wir sicher sein können dass es keine Probleme nach der Adoption bzgl. der Erlaubnis zur Tierhaltung gibt.

Warum wird ein Schutzvertrag geschlossen?

Der Schutzvertrag regelt die wesentlichen Punkte zur artgerechten Tierhaltung. Er besagt, dass man das jeweilige Tier als Halter/in für die Lebensdauer eines Tieres aufnimmt, jedoch der Verein weiterhin als Eigentümer des Tieres fungiert. Damit wird ausgeschlossen, dass mit den Tieren ein Handel betrieben werden kann und diese an Dritte verkauft oder abgegeben werden. Den Schutzvertrag erhalten Sie bei Ankunft Ihres Tieres.

Warum wird eine Schutzgebühr erhoben?

Mit der Schutzgebühr wird sichergestellt, dass die finanziellen Voraussetzungen der Tierhaltung gegeben sind und eine profitable Weitergabe des Tieres ausgeschlossen ist. Mit der Schutzgebühr finanzieren wir das Überleben der weiteren Tiere in Spanien. Wir sorgen für tierärztliche und medizinische Versorgung und Futter, decken damit die Ausgaben für Benzin, Transport, Telefon- und Internetgebühren. Der Schutzgebühr wird bei der Übergabe des Tieres fällig und deckt außerdem die Transportkosten, die Impfungen, den Chip und den Test auf Leishmaniose sowie den Rücktransport der Transportboxen nach Spanien ab. Die Schutzgebühr können Sie entweder bar bei der Abholung zahlen oder Sie überweisen den Betrag vorher auf das Vereins-Konto, bitte informieren Sie uns dann frühzeitig über Ihre Vorabüberweisung und bringen bitte in dem Fall den Überweisungsbeleg bei Übergabe mit.

Gibt es eine Garantie auf die Eigenschaften des Hundes?

Eine Garantie von uns für die Tiere gibt es nicht. Tiere sind Lebewesen und kein Gegenstand, den man bei Defekt an den Hersteller zur Reparatur zurückgeben kann oder Reparaturkosten erstattet werden. Es kann vorkommen, dass die Tiere in Spanien keine Krankheitssymptome zeigen und erst in dem neuen Zuhause auffällig werden. Wir können keine Kosten im Nachhinein übernehmen. Bitte machen Sie sich bewusst, das Tiere Geld kosten und unter Umständen hohe Tierarztkosten verursachen können, egal wie lange Sie den Hund dann haben. Adoptieren Sie keinen Hund, wenn Sie dazu nicht bereit sind.

Warum auch bei Mischlingen Rassemerkmale beachten?

Informieren Sie sich vor der Vermittlung über die Eigenschaften einer Rasse, wie z.B. Podenco, Border Collie, Setter, etc. Überlegen Sie, ob Sie der gewünschten Rasse oder dem Rasse-Mix gerecht werden können. Denn die Rassemerkmale bringen Eigenschaften mit sich, die sich auf das Verhalte auswirken und trotz bester Erziehung Einfluss auf das Verhalten des Tieres nehmen können. Informieren Sie sich auch über das Landeshundegesetz in Ihrem Bundesland.

Was ist, wenn das Tier ganz anders ist als beschrieben oder gedacht?

Sie müssen sich immer bewusst sein, dass es sich bei der Vermittlung um ein „Blind Date“ handelt, was die Angelegenheit ja auch angenehm spannend macht. Wir teilen Ihnen nach bestem Wissen und Gewissen die Charaktereigenschaften des Tieres mit. Jedoch können nicht alle Eventualitäten abgeklärt werden. Es kann sein, dass Ihr Hund als ausgeglichen und lustig beschrieben wird, hier angekommen ist er aber erst mal etwas ängstlich. Immerhin wurde er aus seiner gewohnten Umgebung gerissen. Auch optisch könnte das Tier etwas anders aussehen, als auf den Fotos. Nun ist es an Ihnen, dass Ihr neues Familienmitglied mit der Zeit Vertrauen entwickelt. Geben Sie dem Hund mindestens 4 Wochen Zeit zur Eingewöhnung. Sollten Sie aber nach einer angemessenen Zeit wirklich nicht miteinander auskommen, nehmen wir den Hund zurück bzw. vermitteln ihn weiter. Allerdings wird die Schutzgebühr nicht zurückgezahlt. Und wie schnell der Hund weitervermittelt werden kann, können wir Ihnen nicht sagen – für den Fall der Weitervermittlung sollte der Hund bis er eine neue Familie gefunden hat, bei Ihnen weiterhin leben dürfen.

Ist der Hund stubenrein?

Hunde, die bereits in einer unserer Pflegestellen leben sind in der Regel bereits stubenrein. In unserer Auffangstation sind die Hunde teilweise bereits stubenrein aber in unseren Tierheimen werden die Hunde nicht ausgeführt. Im Normalfall werden Hunde jedoch schnell stubenrein, wenn Sie diese dazu anhalten. Natürlich gibt es wie überall Ausnahmen, auch hierüber müssen Sie sich bewusst sein.

Was kann mit meinem Wohnungsinventar passieren?

Wenn Sie Angst um Ihre teure Wohnungseinrichtung haben, sollten Sie sich kein Haustier anschaffen. Egal ob vom Züchter oder aus einem Tierheim. Natürlich gehen wir nicht davon aus, dass sich das Tier an Ihren Einrichtungsgegenständen vergreift, sofern es genug Bewegung bzw. Beschäftigung hat und behutsam an das Alleinsein herangeführt wird. Aber auch hier gibt es natürlich Tiere, die aus der Reihe tanzen oder die aus negativen Erlebnissen in der Vergangenheit z.B. beim Alleinebleiben Dinge zerstören könnten.

 

Ist der Hund katzenverträglich?

Leider können wir nicht immer zutreffende Aussagen über die Katzenverträglichkeit der Hunde machen. In den Tierheimen leben auch einige Katzen, aber die Hunde lernen diese selbstverständlich nicht wirklich kennen. Doch im Falle einer Anfrage nach einem katzenverträglichen Hund können wir diese mit in das Katzengehege nehmen und erste Reaktionen erkennen. Dabei kann ein Katzenhasser auf jeden Fall von einem Katzenfreund unterschieden werden – doch auch hier haben wir die Erfahrung gemacht, dass in der eigenen Familie oftmals eine Katze akzeptiert wird, selbst wenn außerhalb der Familie jede Katze gerne gejagt wird. Vergessen Sie aber nicht: auch eine Katze muß den Hund akzeptieren (wollen) und nicht jede Katze ist begeistert, plötzlich einen Hund als Lebenspartner vor die Nase gesetzt zu bekommen!

Wir haben wirklich schon viele Hunde zu Katzen vermittelt und mit entsprechender Geduld der Besitzer ist fast jeder Hund katzenverträglich geworden. Leider haben wir aber auch schon Fälle erlebt, wo der Hund nach 2 Tagen wieder weg musste, weil es “immer noch nicht” klappte. Das ist zeugt von wenig Verständnis des Halters für seinen Hund, der ja aus einem komplett anderen Umfeld kommt. Wie bei allen anderen Verhaltensfragen sind auch hier Verständnis, Sachkunde und Geduld unabdingbar, dann klappt es auch mit Hund und Katze.

 

Wir haben schon ein Tier und wollen einen Weiteres dazu?

Egal wie verträglich Ihr Hund ist, probieren Sie unbedingt vorher aus, ob Ihr Hund auch wirklich andere Artgenossen in seiner unmittelbaren Umgebung duldet. Das heißt: Laden Sie andere Hunde vorher zu sich nach Hause ein.

Wie reagiert das Tier auf Kinder?

Wie bei jedem Tier, dessen Vorgeschichte nicht bekannt ist, kann niemand eine gesicherte Aussage darüber treffen, ob und welche Erfahrungen mit Kindern gemacht wurden.

Gundsätzlich gilt:

Kleine Kinder sollten nicht in die Nähe des Körbchens gehen, wenn der Hund sich dort aufhält. Auch beim Fressen sollten Sie Ihren Hund völlig in Ruhe lassen. Ein Hund könnte sich z.B. bedroht fühlen, wenn man in die Nähe des Fressnapfes kommt. Und z.B. ein großer Hund sollte eventuell zu einer Familie mit einem „standfesten“ Kind adoptiert werden, da gerade zu Anfang, ohne die entsprechende Erziehung z.B. durch Anspringen eine mögliche Verletzungsgefahr für kleine Kinder besteht.

Unserer Erfahrung nach gibt es bei einer behutsamen Zusammenführung von Kind und Hund im Normalfall keine Probleme. Bitte beachten Sie unbedingt, dass Sie Ihre Kinder mit dem Hund zunächst nicht unbeaufsichtigt lassen oder allein mit ihm spazieren schicken.

Welche Vorbereitungen muss ich treffen?

Nehmen Sie sich am Anfang viel Zeit, wenn möglich sogar Urlaub bis der Tagesablauf, wie Fütterung, Stubenreinheit und Spaziergänge, etc. geregelt ist. Planen Sie keine großen Aktivitäten, wie Umzug, Feste und Urlaubsfahrten. Der Hund sollte sich in Ruhe eingewöhnen können, um Vertrauen zu fassen. Der Hund braucht einige Wochen, bis er sich an Ihren Lebensrhythmus gewöhnt hat. In dieser Zeit wirkt er manchmal noch recht unruhig und läuft Ihnen ständig hinterher.

Vorbereitungen bevor Ihr Hund bei Ihnen einzieht

Bitte kaufen Sie (falls noch nicht vorhanden) das komplette Equipment welches Sie und Ihr Hund brauchen werden:

  • Leine, Halsband und Geschirr!!! (Hals und Brustumfang können wir Ihnen gerne mitteilen)
  • (da Sie Ihren Hund anfangs unbedingt doppelt sichern sollten!)
  • Futter für Ihren Hund entsprechend. Bitte anfangs nicht nur Nassfutter füttern!
  • Einen Schlafplatz (Plastikkorb und Hundebett aus Stoff, in der passenden Größe)
  • Transportbox oder Anschnallgurt für Ihre Autofahrten
  • GANZ WICHTIG: Schließen Sie eine Haftpflichtversicherung für Ihren Hund ab.
  • Es gibt auch die Möglichkeit OP-Versicherungen abzuschließen. (Wir helfen Ihnen da gerne weiter)

Bitte beachten Sie dass ihr Hund nicht über unseren Verein versichert ist – auch nicht am Ankunftstag.

 

Abholung Ihres Hundes:

  • Ihr Hund ist noch im Ausland:  Wir werden Ihnen umgehend das nächstmögliche Transport-Datum nach Deutschland mitteilen. An diesem Tag bitten wir Sie Ihr Tier bei uns in Rösrath abzuholen.
  • Die Adresse lautet: Plantage (bis Ende der Straße, letzer Hof auf der linken Seite), 51503 Rösrath, Telefon: 02205-928922
  • Ihr Hund ist bereits in Deutschland:  Ihren Hund können Sie dann in der jeweiligen Pflegestelle abholen.

Bitte baden Sie den Hund erst 4 Tage nach der Ankunft, da sonst das Flohmittel nicht wirken kann. Es wird vor der Ausreise auf die Haut im Nacken des Tieres gegeben und verteilt sich dann über mehrere Tage selbständig über die Haut. So werden auch Flöhe getötet, die gerade erst geschlüpft sind.

Kleintiere und Katzen

Hunde und Katzen sowie Kleintiere, die sich nicht kennen, sollten in den ersten 8 Wochen oder länger getrennt gehalten werden, wenn Sie die Tiere allein lassen müssen.

Wann kann ich meinen Hund ableinen?

Die ersten 4-12 Wochen sollten Sie den Hund nicht von der Leine lassen, auch wenn er schon sehr anhänglich wirkt. Nie sollten Sie ihn in der Nähe von Straßen loslassen. Vielleicht hat er früher böse Erfahrungen gemacht und Angst vor Autos. Selbst beim „Hops“ aus dem Auto sollten Sie Ihren Hund angeleint haben, damit er nicht aus Unkenntnis vor dem Verkehr unter ein Auto gerät. Ihr Garten sollte ausbruchsicher sein. Einige Hunde haben anfangs den Drang wegzulaufen. Die Ursache kann Scheu vor den Menschen sein oder auch Spaß einfach herumzurennen und die Gegend zu erkunden, was einige Hunde ja in ihrer Vergangenheit gemacht haben.

Also: Bitte lassen Sie ihren Hund also mindestens 4 Wochen nicht von der Leine! Er muss erst eine Bindung zu Ihnen aufbauen und wissen wo er hingehört. Sehr hilfreich ist eine Plakette mit Ihrer Telefonnummer oder schreiben Sie diese direkt auf das Halsband. So werden Sie schnell angerufen, sollte er doch mal entwischen.

Falls der Hund doch entwischt, informieren Sie uns bitte SOFORT und die Polizei, den Jäger, umliegende Tierheime und TASSO (www.tasso.net). Bei TASSO werden alle von uns vermittelten Tiere direkt nach der Adoption registriert und dies erspart im Ernstfall viel Zeit. Machen Sie Aushänge im weiten Umkreis, wo das Tier entlaufen ist. Und bitte, geben Sie nicht so schnell auf!!

Zuhause angekommen:

Wenn Ihr Hund einzieht ist er vielleicht zuerst etwas schüchtern und zurückhaltend, denn er weiß ja nicht was auf ihn zukommt. Er ist in einer fremden Umgebung, lassen Sie ihm Zeit sich umzuschauen. Zeigen sie ihm seinen möglichen Schlafplatz und wo er essen und trinken kann.

Bedenken Sie, dass Sie zwar einen Tierschutzhund haben, der auch bestimmt vielleicht schon Schlimmes erlebt hat, aber machen Sie bitte nicht den Fehler zu sagen: “Och der arme Hund” und erlauben ihm alles. Im Gegenteil, nutzen Sie die Zurückhaltung um klare Regeln festzulegen. Setzen Sie diese ruhig und mit Geduld durch. Er braucht Zeit, um zu verstehen was er darf und was nicht.

Ihr neues Familienmitglied lernt schneller als Sie denken und es ist leichter ihm von Anfang an klare Regeln beizubringen als sie ihm im nach hinein wieder mühsam abzugewöhnen.

Ein Hund lebt normalerweise in einem Rudel, auch da gibt es einen Chef, der sagt wo´s langgeht, der das Futter besorgt, aufpasst und sein Rudel leitet, diese Position übernehmen Sie jetzt. Sie sind der Rudelführer. Das gibt ihrem Hund Halt und Sicherheit und steigert das Vertrauen in seine neue Familie. Es ist wichtig, damit er lernt, keine Angst mehr haben zu müssen. Für ihn ist es sehr wichtig zu wissen, wo sein Platz im Rudel ist.

Futter:

Auch Trockenfutterwechsel, das heißt, wenn Sie heute dieses und morgen jenes Trockenfutter füttern, kann Durchfall auslösen. Futter sollte immer langsam gewechselt werden. Da dies leider nicht möglich ist füttern Sie bitte in der ersten Zeit ausschließlich Trockenfutter!

Kinder:

Wenn Sie Kinder im Haushalt haben, stellen Sie Ihrem Hund an manchen Tagen kein Trockenfutter hin, sondern lassen Sie es Ihren Hund aus der Hand Ihres Kindes fressen, das sagt Ihrem Hund, dass das Kind in der Rudelstellung über ihm steht.

Ruhe- und Schlafplatz:

Achten Sie darauf, dass Ihr Hund stets eine Rückzugsmöglichkeit und einen Ruheplatz hat, der auch für die Kinder tabu ist. Vermitteln Sie Ihren Kindern wie man liebe- und respektvoll mit Haustieren umgeht. Der Ort des Ruheplatzes ist ein wichtiger Punkt. Er sollte nicht im Flur sein, sondern in einer ruhigen Ecke der Wohnung, wohin der Hund sich jederzeit zurückziehen kann. In der Regel sucht sich Ihr Hund aber seinen eigenen Rückzugplatz, der nicht unbedingt mit dem identisch ist, den sie als Mensch für ihn vorgesehen haben.

Wenn Sie ihren Hund regelmäßig einige Stunden am Tag alleine lassen, sollte er nachts in Ihrer Nähe, z.B. neben dem Bett schlafen. Auch in den Ruhestunden ist Ihre Nähe für den Hund wichtig.

Gassigehen & Stubenreinheit:

Suchen Sie sich eine Wiese in Ihrer Nähe, die Sie auch, wenn`s mal eilig ist, schnell erreichen oder wenn vorhanden, gehen Sie mit ihm angeleint in den Garten. Sollte der Hund nicht Pipi machen, bleiben Sie ruhig mal einen Moment stehen. Wenn er auch dann nicht macht, suchen Sie die Wiese/den Garten nach kurzer Zeit erneut auf. Machen Sie sich aber keine Sorgen, wenn er sich auch nach ein paar Stunden noch nicht „erleichtert“ hat, manchmal dauert es eine ganze Weile bis er sich sicherfühlt und sich traut. Benutzen Sie ruhig eine längere Leine und ermöglichen Sie ihm so ein wenig Abstand zu halten.

ABER: Die ersten 4-12 Wochen sollten Sie den Hund nicht von der Leine lassen, auch wenn er schon sehr anhänglich wirkt. Nie sollten Sie ihn in der Nähe von Straßen loslassen. Vielleicht hat er mal böse Erfahrungen gemacht und Angst vor Autos. Ihr Garten sollte ausbruchsicher sein. Einige Hunde haben anfangs den Drang wegzulaufen. Die Ursache kann Scheu vor den Menschen sein oder auch Spaß einfach herumzurennen und die Gegend zu erkunden, was einige Hunde ja in ihrer Vergangenheit gemacht haben.

Schimpfen Sie nicht, wenn das erste Geschäft ins Haus ging und machen Sie es kommentarlos weg. Er beobachtet, lernt und wird sich anpassen. Regelmäßigkeiten haben hier eine große Bedeutung und er wird schnell lernen, sein Geschäft nur noch draußen zu verrichten. Was er jetzt braucht ist Ihre Zeit und Geduld.

Das Alleine bleiben:

Regelmäßigkeit hat für den Hund große Bedeutung. Also sollte man ihn von Anfang an gleich an den normalen Alltag gewöhnen. Wenn Sie sich vielleicht für die erste Zeit Urlaub genommen haben, so gestalten Sie Ihren Tag trotzdem so wie Sie es sonst tun würden. Verlassen Sie das Haus ruhig erst mal kurz für 10-15 Minuten, dann steigern Sie dies langsam. So lernt Ihr Hund schnell, dass er sich auf Sie verlassen kann und Sie immer wieder nach Hause kommen. Gehen Sie genauso regelmäßig mit ihm spazieren und gewöhnen Sie ihn so an seine Gassi-Zeiten, am Anfang etwas häufiger, dann in regelmäßigen größeren Abständen. So lernt er sein Geschäft draußen zu machen und weiß, wann es Zeit ist für seinen Spaziergang. Natürlich gibt es auch Hunde, die am Anfang große Verlustängste haben und ein wenig länger brauchen bis Sie das Alleinsein gelernt haben.

Hundesteuer

Melden Sie Ihren Hund bitte bei Ihrer Gemeinde an, die Kosten für die Hundesteuer variieren von Gemeinde zu Gemeinde. Fragen Sie nach einer eventuellen Ermäßigung für Hunde aus dem Tierschutz, viele Gemeinden unterstützen dies mittlerweile.

Probleme sind da um gelöst zu werden

Lassen Sie sich nicht entmutigen. Wenn Sie unsicher sind, suchen Sie ruhig auch Rat bei einem Hundetrainer. Es gibt für jedes Problem eine Lösung durch individuelles Training.

Für den Fall, dass sich Probleme anbahnen, lassen Sie sie bitte nicht erst eskalieren. Wenden Sie sich an uns. Für manche Probleme findet sich schnell ein Rat und eine Lösung, manchmal ist es auch notwendig eine Hundeschule oder einen Hundetrainer aufzusuchen. Meist handelt es sich um Missverständnisse in der Kommunikation zwischen Hund und Mensch und mit dem richtigen Verhalten lassen sich anfängliche Probleme schnell in den Griff bekommen. Das wichtigste ist jedoch auch, dass Sie Ihrem Hund Zeit geben. Geben Sie nicht gleich auf, wenn nicht alles so klappt wie Sie es sich wünschen würden. Es lohnt sich und Sie werden mit der Zeit und nach einer gewissen Eingewöhnungsphase ein gutes Team sein und einen Freund fürs Leben haben.

Und bitte denken Sie immer daran:

Wir sind auch nach der Vermittlung bei Fragen und Problemen jederzeit gerne für Sie da!!!

Und wenn dann der Alltag bei Ihnen eingekehrt ist, dann würden wir uns über Fotos und kleine Geschichten von Ihnen und Ihrem neuen Familienmitglied freuen.

Wir alle arbeiten ehrenamtlich und gewinnen unsere Kraft und Motivation u.a. aus den Feedbacks, die wir bekommen. Viele der Hunde begleiten wir über Jahre hinweg und das Schicksal jedes Einzelnen liegt uns sehr am Herzen.

Nun bleibt uns nur noch Ihnen ein wunderbares und langes Zusammenleben mit Ihrem neuen Mitbewohner zu wünschen!

Tierische Grüße

Ihr Tierschutz Team Europa e.V.

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